Energieaudit bis Ende des Jahres – Pflicht für alle Großunternehmen


Bundesrat akzeptiert Änderung des Gesetzes über EDL-G

Energieaudit EDL-G 360reportGesetzesänderung

Am 06. März diesen Jahres akzeptierte der Bundesrat die Änderung des Gesetzes über Energiedienstleistungen und andere Energieeffizienzmaßnahmen (EDL-G) von Februar. Betroffen davon sind Unternehmen die nach EU- Definition keine Kleinen und Mittelständischen Unternehmen (KMU) sind. Das heißt, sie müssen mehr als 250 Mitarbeiter, mehr als 50 Mio. € Jahresumsatz oder mehr als 43 Mio. € Jahresbilanzsumme vorweisen. Dabei ist es nicht relevant welcher Rechtsform sie entsprechen. Das Gesetz wird laut dem Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) Ende April bzw. Anfang Mai in Kraft treten. Durch die Novelle müssen diese Unternehmen bis spätestens 05. Dezember 2015 ein Energieaudit in ihren Unternehmen durchführen.
Die Gesetzesnovelle hat viele Unternehmen überrascht. Dabei ist die Novelle eine verspätete Reaktion auf eine Europäische Energieeffizienzrichtlinie von 2012. Diese ist im Rahmen der politischen Zielsetzung von 20% Steigerung der Energieeffizienz bis 2020 zu sehen.

Regelung

Unternehmen müssen nun alle 4 Jahre in ihrem Betrieb ein Energieaudit gemäß DIN-EN 16247 durchführen und so ihre Energieverbräuche nachweisen. Sollte ein Unternehmen allerdings schon ein solches Audit nach Dezember 2012 durchgeführt haben, können sich diese Unternehmen das anerkennen lassen. Falls das Unternehmen nach ISO 50001 zertifiziert ist, also ein Energiemanagementsystem implementiert hat oder ein Umweltmanagementsystem nach EMAS, dann entspricht das Unternehmen bereits dem neuen Gesetz.

Laut dem Magazin „Strategie und Personal“ sind etwa 94.000 Unternehmen von diesem Gesetz betroffen. Knapp die Hälfte habe bereits eine Auditierung vorgenommen, so dass etwa 50.000 Unternehmen noch handeln müssen. Die DIN-EN 16247 erklärt die allgemeinen Anforderungen an Energieaudits und -auditoren. Der Norm entsprechend müssen 90% aller Energieverbräuche im Unternehmen erfasst werden, um so Einspar- und Verbesserungsmöglichkeiten zu erfassen. Es wird so auch ein Energieverbrauchsprofil von Gebäuden, Anlagen, Betriebsabläufen und der Beförderung erstellt. Die Ergebnisse des Audits müssen von externen Kontrolleuren bestätigt werden, was die Wirtschaft jährlich ca. 50 Mio. € kosten wird.

Sanktionen

Schaffen die Unternehmen es jetzt allerdings nicht bis Ende des Jahres ein Audit durchzuführen, müssen sie damit rechnen, bis zu 50.000€ Bußgeld zu zahlen. Das BAFA soll stichprobenartige Kontrollen bei ca. 20% der Unternehmen durchführen.

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