Die Verantwortung der Konsumenten


Blog-Serie "Vorteile nachhaltigen Wirtschaftens für Unternehmen"

Die Verantwortung der Konsumenten

Sind Sie eine „LOHA“, also eine Person, die einen „Lifestyle of Health and Sustainability“ pflegt? Leben Sie gesundheitsbewusst und fühlen sich der Nachhaltigkeit verpflichtet? Falls nein: warum eigentlich nicht?

Bestimmt wissen Sie, was das Thema Nachhaltigkeit beinhaltet: So soll die heutige Gesellschaft ihre sozialen, ökonomischen und ökologischen Bedürfnisse vollumfänglich decken können. Aber auf eine Weise, die es zukünftigen Generationen ebenfalls erlaubt, ihre sozialen, ökonomischen und ökologischen Bedürfnisse zu decken. Dabei ist Nachhaltigkeit nicht bloß ein Wunschtraum grüner Utopisten. Vielmehr ist es eine zukunftsorientierte, gerechte Lebenshaltung, die uns Arbeitsplätze, Wohlstand und ein gutes Auskommen sichert. Sie verhilft der Wirtschaft zu Wachstum und Gewinn, jedoch ohne unseren Planeten einseitig auszubeuten. Die Welt wird zweifelsohne auch ohne Menschen weiterdrehen. Doch wäre es nicht schön, wenn die Menschheit auch in Zukunft eine Lebensgrundlage hätte und nicht bereits Übermorgen Feierabend ist?

Wirtschaft und Politik erfüllen bereits zahlreiche Auflagen. Umweltgesetze, obligatorische Energieaudits, Lenkungsabgaben – die Liste ist lang, umfangreich und fordernd. Sie ist dringend notwendig. Vergessen wir dabei aber nicht, dass auch wir Konsumenten in der Pflicht stehen. Es reicht nicht, die Verantwortung an andere zu delegieren, sich in Fragen bezüglich Nachhaltigkeit jedoch Scheuklappen aufzusetzen.

Der Individualverkehr in Deutschland zählt als Hauptverursacher des CO2-Ausstoßes. Dazu gehört der Urlaub in ferne Gefilde, den wir uns zwei Mal jährlich leisten. Unser exorbitanter Fleischkonsum belastet das Klima fatalerweise ebenfalls: Wer lässt sich schon gerne das Schnitzel vom Teller nehmen? Shoppen mag ein nettes Hobby sein – Ressourcenverschleiß, Wegewerfmentalität und steigende Abfallberge sind die Kehrseite der Medaille.

„Alle wollen zurück zur Natur, doch keiner zu Fuß“ – dieser mittlerweile etwas angejahrte Slogan bringt es noch immer exakt auf den Punkt. Glaubt man Umfragen, wünschen sich die Deutschen eine intakte Natur. Nur steht das Thema nicht zuoberst auf der Wichtigkeitsskala. Viele Deutsche kennen die Nachhaltigkeitslabels wie Demeter, Bio oder FSC. Betrachtet man deren Marktanteil, stellt man jedoch ernüchtert fest, dass noch sehr viel Luft nach oben besteht. Sei es nun für unser tägliches Brot, das geliebte Auto, die Fernreise oder die coole Wohnungseinrichtung: „Geiz ist geil“ dominiert. Der Preis ist für die überwältigende Mehrheit der Deutschen noch immer das entscheidende Kaufkriterium.

Zahlreiche Menschen assoziieren Nachhaltigkeit mit Umweltschutz und Umweltschutz mit Verzicht. Dass wir nicht weiter dem ungebremsten Konsum frönen können, kann niemand Abrede stellen. Doch bewusster Konsum tut der Lebensqualität keinen Abbruch. Auch mit einem umweltfreundlichen Auto bin ich mobil, belaste aber die Umwelt weniger – wo bleibt da die Qualitätseinbuße? Schmeckt das gelegentliche Schnitzel vom Freilandschwein nicht viel besser, als die täglich unter fragwürdigen Methoden produzierte Massenware? Einmal pro Jahr umweltfreundlich zu verreisen, bringt mehr Erholung, als vor den neuralgischen Flaschenhälsen der Nord-Süd-Routen stundenlang im Stau zu stehen. Lokale, saisonale und biologisch produzierte Produkte munden besser, als unreif gepflücktes und um die halbe Welt gekarrtes Gemüse. Wir Konsumenten dürfen nicht länger jene Firmen unterstützen, die möglichst billig, möglichst viel Ramsch auf den Markt werfen. Unterstützen wir lieber jene, welche die Nachhaltigkeit täglich leben – denn damit haben sie sich einen Wettbewerbsvorteil und die Konsumentengunst wahrlich verdient.

Lustvoll und nachhaltig konsumieren – das geht. Es ist eine Frage der Lebenshaltung. Qualität statt Quantität bringt langfristig mehr Genuss. Es wäre dringend nötig, gäbe es in Zukunft mehr LOHAS.

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