Geothermie – Energie aus den Tiefen der Erde


Blog-Serie "Vorteile nachhaltigen Wirtschaftens für Unternehmen"

Geothermie – Energie aus den Tiefen der Erde

Wir Menschen werden nicht weniger; unser Energiebedarf nimmt stetig zu. Dass beim ungebremsten Energieverschleiß die herkömmlichen Energieträger eher früher als später zuneige gehen, können auch die optimistischsten Verfechter von Wachstum und Konsum nicht weiter in Abrede stellen. Ob wir wollen oder nicht, wir müssen weg von Atomkraft, Kohle & Co. Sonne und Wind alleine können es jedoch nicht richten. Deshalb müssen wir alle Möglichkeiten zur Gewinnung sauberer Energie ausschöpfen. Dazu gehört auch die Geothermie.

Das Eintauchen in die Welt der Erdwärme zeitigt Interessantes: Im Erdkern können Temperaturen von bis zu 6.500 Grad herrschen; 99 Prozent unserer Erde sind heißer als 1.000 Grad. Bei nahezu der Hälfte der Erdwärme handelt es sich um Restwärme aus der Entstehungszeit unseres Planeten. Seither strömt diese Wärme vom Erdkern an die Erdoberfläche und von da in die Atmosphäre. Der Großteil dieser Energie bleibt bis heute ungenutzt. Von Geothermie hat man schon vor mehr als zehntausend Jahren profitiert – dazumal beschränkte man sich auf die Verwendung von heißen Quellen zu Heilzwecken oder zur Körperreinigung. Archäologen gelang es, über 2.000 Jahre alte geothermische Heizsysteme nachzuweisen. 1913 wurde in Italien das erste Mal Erdwärme in Strom umgewandelt.

Bei der Geothermie handelt es sich nicht um eine regenerative Energie. Doch ihr Potenzial soll auch in mehreren hunderttausend Jahre noch nicht ausgeschöpft sein – aus menschlichem Ermessen eine Ewigkeit. Nutzen wir Erdwärme sinnvoll, verfügen wir über eine nahezu unerschöpfliche Energiequelle. Grundsätzlich unterscheiden wir heute zwei Formen der Erdwärmenutzung:
  • oberflächennahe Geothermie: Sie wird hauptsächlich für die Wärmepumpenheizung genutzt. Ihr Potenzial gilt als hoch.
  • Tiefengeothermie: Sie wird indirekt zur Stromerzeugung genutzt. Laut Experten kann sie in Deutschland nur eingeschränkt eingesetzt werden, da ihr Wirkungsgrad vielerorts zu tief ist.

Wie alle Energieformen ist die Erdwärme nicht frei von Nachteilen. So sind Orte, an denen man die für die Energiegewinnung erforderlichen Temperaturen nur tief im Erdinnern findet, ungeeignet. Es benötigt viel Vorarbeit – beispielsweise aufwendige Bohrungen – um die Wärmesonden einzubringen. Kraftwerke und Turbinen brauchen Platz und erfordern hohe Investitionen sowie lange Realisationszeiten. Die Wirtschaftlichkeit von Energie aus Erdwärme ist tatsächlich nicht überall gegeben. Geothermie lohnt sich vor allem an Orten, die schon in geringer Tiefe, sehr hohe Temperaturen aufweisen. Ein zusätzlicher Nachteil ist, dass Wärmepumpen nur mit Einsatz von zusätzlichem Strom in Betrieb genommen werden können.

Dem gegenüber steht die Tatsache, dass uns Erdwärme uneingeschränkt in jeder Jahreszeit und bei jeder Temperatur Tag und Nacht zur Verfügung steht. Ihre CO2-Bilanz ist gut. Sie ist vielseitig einsetzbar und kann nicht nur zur Wärmegewinnung, sondern auch für die Stromerzeugung genutzt werden. Mit der oberflächennahen Geothermie können in Sommermonaten Gebäude gekühlt werden – eine umweltfreundliche Alternative zu Klimaanlagen.

Geothermie allein ist bestimmt nicht das Ei des Kolumbus, wenn es darum geht, uns von den endlichen Energieträgern zu lösen. Doch gerade zur Heizung von Häusern können große Immobilienverwaltungen und Eigenheimbesitzer gleichermaßen ihren Beitrag zur Energiewende leisten – und klimafreundlichen Energieträgern den Vorzug geben. Wärmepumpen bergen, wie wir gesehen haben, großes Potenzial und lassen sich relativ problemlos auch bei älteren Häusern installieren. Deshalb ist Geothermie eines von vielen wichtigen Puzzleteilen, die es braucht, damit wir unser Ziel – die klimaneutrale Energiegewinnung – innerhalb nützlicher Frist erreichen.

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